Wie verbuche ich einen Gutschein richtig?

Die Verbuchung eines Gutscheins in der Buchhaltung ist kein Hexenwerk sondern relativ simpel. Erfasst Du es sauber, hast Du auch laufend einen Überblick über Deine offenen Verpflichtungen aus dieser Dienstleistung.

Achtung: Unterscheide zwischen Wert- und Leistungsgutschein?

In einem meiner Blog-Beiträge gehe ich auf die Unterscheidung ein. Lese hier mehr dazu.

Verbuchung Wertgutschein

Die Ausgabe und Einlösung eines Wertgutscheins musst Du in Deiner Buchhaltung folgendermassen abbilden:

VorgangSollHabenBetragMWST
Verkauf eines GutschiensKasseVerpflichtungen aus verkauften Gutscheinen100nein
Einlösung eines GutscheinsVerpflichtungen aus verkauften GutscheinenVerkaufserlös100ja

Das Konto „Verpflichtungen aus verkauften Gutscheinen“ ist ein Passivkonto – also eine Verpflichtung Deines Unternehmens gegenüber Deinen Kunden. Es steht auf der Passivseite Deiner Bilanz und stellt Fremdkapital dar.

Verbuchung Leistungsguschein

Die Ausgabe und Einlösung eines Leistungsgutscheins musst Du in Deiner Buchhaltung folgendermassen abbilden:

VorgangSollHabenBetragMWST
Verkauf eines GutschiensKasseVerkauselös100ja
Abgrenzung der LeistungVerkaufserlösVorausbezahlte Leistungen93nein
Einlösung eines LeistungsgutscheinsVorausbzahlte LeistungenVerkaufserlös93nein

Die Buchungen zur Abgrenzung und zur Einlösung sind v.a. dann notwendig, wenn der Leistunggutschein im Geschäftsjahr in dem er verkauft wurde noch nicht eingelöst wurde. Ich empfehle Dir aber – wenn Du schon Leistungsgutscheine verkaufst – grundsätzlich diesen Buchungsweg zu nehmen. Nur so hast Du einen Überblick über die offenen Verpflichtungen. Das Konto „Vorausbezahlte Leistungen“ ist ein Passivkonto und stellt Fremdkapital dar.

Buche noch heute einen Termin

Ist der Verkauf eines Gutscheins mehrwertsteuerpflichtig?

Von Inhabern von Ladengeschäften werde ich oft gefragt, ob der Verkauf von Gutscheinen mehrwertsteuerpflichtig sei.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Leistungs- und Wertgutschein

  • Es gibt zwei Arten von Gutscheinen: den Leistungsgutschein und den Wertgutschein.
  • Beim Leistungsgutschein wird ein Gutschein ausgegeben, mit dem eine ganz bestimmte Leistung bezogen werden kann. Zum Beispiel: Gutschein für den Anfänger-Kajakkurs am 26. Juni 2020. Die Leistung ist also definiert und wird mit Ausgabe des Gutscheins verkauft.
  • Beim Wertgutschein wird ein Zahlungsmittel im Wert von beispielsweise 100 Franken ausgegeben. Damit kann dann später irgendeine Leistung bezogen werden.

Leistungsgutscheine sind mehrwertsteuerpflichtig

Mit der Ausgabe eines Leistungsgutscheins wird eine ganz konkrete Leistung verkauft – ein Mehrwert geschaffen. Solche Gutscheine sind zum Zeitpunkt ihrer Ausgabe mehrwertsteuerpflichtig.

Wertgutschein sind nicht mehrwertsteuerpflichtig

Ein Wertgutschein wird im Mehrwertsteuerrecht als Zahlungsmittel angesehen. Du hast noch keine Gegenleistung – eben keinen Mehrwert – erbracht. Daher fällt mit dem Verkauf des Gutscheins auch noch keine Mehrwertsteuer an.

Mehrwertsteuer auf der erbrachten Leistung

Sobald aber die Person, die den Wertgutschein geschenkt bekommen hat, bei Dir im Laden beispielsweise ein paar Turnschuhe mit eben diesem Wertgutschein bezahlt, wird die Leistung – also das paar Turnschuhe – mehrwertsteuerpflichtig. Auf der Mehrwertsteuerdeklaration wird also der Verkauf der Turnschuhe und nicht der Verkauf des Gutscheins abgerechnet.

Verkaufe nur Wertgutscheine

Ich empfehle Dir, auf den Verkauf von Leistungsgutscheinen zu verzichten und ausschliesslich Wertgutscheine anzubieten. Damit hast Du Sicherheit, dass Du gegenüber der Mehrwertsteuer alles korrekt abwickelst. Möchtest Du trotzdem eine ganz konkrete Leistung im Gutschein definieren, kannst Du ihn mit einem Zusatzvermerk versehen, der den Leistungsgutschein aus Mehrwertsteuersicht zu einem Wertgutschein macht. Ein solcher Vermerk könnte lauten: „Dieser Gutschein kann auch für eine andere Leistung verwendet werden“.

Buche noch heute einen Termin

Säule 3a – Lohnt sich die Einzahlung?

Immer wieder wird mir in Beratungsgesprächen Frage gestellt: Lohnt sich den eine Einzahlung in die Säule 3a?

Meine Gesprächspartner argumentieren immer wieder, dass sich das ja nicht lohne, weil das Geld bei der Auszahlung ja wieder versteuert werden müsse. Da bringe der Abzug vom steuerbaren Einkommen bei Einzahlung auch nichts.

Der sogenannte „Steuereffekt“ ist das Zünglein an der Waage

Diese Argumentation greift zu kurz. Es stimmt: Die Einzahlung kann vom steuerbaren Einkommen abgesetzt werden. Und ja, die Kapitalauszahlung ist ebenfalls steuerbar. Allerdings fehlt ein entscheidendes Detail in dieser Argumentationskette: Bei der Auszahlung wird das Geld separat vom übrigen Einkommen zu einem Sondersatz besteuert und genau deshalb ist die Einzahlung in die Säule 3a attraktiv. Machen wir ein Beispiel:

Eine Frau lebt in der Stadt Bern und verfügt über ein Netto-Einkommen von 45’000 Franken. Sie zahlt über 22 Jahre regelmässig 3’000 Franken pro Jahr in die Säule 3a ein. Aufgrund Ihres Einkommens erzielt sie mit der Einzahlung jährlich eine Steuerersparnis von 660 Franken. Nehmen wir weiter an, dass diese Frau bei der Säule 3a einen Zins von einem Prozent erhält. Sie zahlt also unter dem Strich nur 2’340 Franken ein. Nach 22 Jahren hat sich ein stattlicher Betrag von 73’400 Franken angesammelt und sie hat mit ihren Einzahlungen insgesamt 14’500 Franken Steuern eingespart. Nun kommt der Tag der Auszahlung: Die Steuerbehörde stellt dieser Frau für die Auszahlung des Kapitals von 73’400 Franken eine Steuerrechnung in der Höhe von 2’700 Franken. Die Nettoauszahlung beträgt also 70’700 Franken. Die berechnete Jahresrendite zwischen Nettoeinzahlung (Einzahlung nach Abzug der Steuerersparnis) und Nettoauszahlung (Auszahlung nach Abzug der Steuerrechnung) beträgt 2,9 Prozent.

Mit anderen Worten: Diese Frau hat zwar lediglich einen Zins von einem Prozent gutgeschrieben erhalten. Nach Berücksichtigung aller Steuern resultiert aber eine Verzinsung von 2,9 Prozent pro Jahr. Die Differenz von 1,9 Prozent nennt man den „Steuereffekt“. Wunderbar!

Von Kanton zu Kanton und von Gemeinde zu Gemeinde gibt es Unterschiede

Nun kommt das „Aber“: Wir leben im Land des „Kantönligeistes“ in dem Steuerwettbewerb zwischen Kantonen und Gemeinden herrscht. Entsprechend kann auch das Resultat des „Steuereffektes“ ganz anders ausfallen, je nachdem wo Du wohnst. Damit Du die Auswirkungen noch besser verstehst, adaptiere ich das oben gemachte Beispiel auf die Stadt Zürich:

Die Einzahlung über 22 Jahre bleibt genau gleich. Da der Steuertarif in Zürich anders funktioniert als in Bern, resultiert pro Jahr lediglich eine Steuerersparnis von 310 Franken. Die Nettoeinzahlung pro Jahr beträgt also 2’690 Franken und die gesamte Steuerersparnis über 22 Jahre lediglich 6’820 Franken. Auch für die Frau in Zürich kommt nun der Tag der Auszahlung und der Auszahlungsbetrag beträgt ebenfalls 73’400 Franken. Die Zürcher Behörde stellt aber eine höhere Steuerrechnung, nämlich 3’530 Franken. Die jährliche Nettorendite beträgt in Zürich nun lediglich 1,5 Prozent und der „Steuereffekt“ lediglich 0,5 Prozent. Immer noch gut, aber nicht ganz so grossartig wie in Bern.

Fazit

Es stimmt also nicht, dass sich die Einzahlung in die Säule 3a nicht lohnen würde. Das „sich lohnen“ resultiert aus dem „Steuereffekt“, der aufgrund der Asymmetrie zwischen Einkommensteuer und Kapitalauszahlungsteuer zu Stande kommt. Wie hoch dieser „Steuereffekt“ ausfällt, hängt von Deiner Steuergrundlage ab – also wo Du wohnst, wie hoch Dein Einkommen ist und so weiter.

Tipp

Wenn es Dein Budget zulässt, rate ich Dir grundsätzlich dazu, in die Säule 3a einzuzahlen. In einem weiteren Blogbeitrag erkläre ich Dir auf was Du dabei achten solltest.

Hast Du Fragen?

Hast Du weitere Fragen zu Deiner Vorsorge rund um die erste, zweite und dritte Säule? Zögere nicht, gleich hier und jetzt einen Termin für eine kostenlose Beratungsviertelstunde zu vereinbaren. Ich helfe Dir sehr gerne!

Buche noch heute einen Termin