Ist der Verkauf eines Gutscheins mehrwertsteuerpflichtig?

Von Inhabern von Ladengeschäften werde ich oft gefragt, ob der Verkauf von Gutscheinen mehrwertsteuerpflichtig sei.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Leistungs- und Wertgutschein

  • Es gibt zwei Arten von Gutscheinen: den Leistungsgutschein und den Wertgutschein.
  • Beim Leistungsgutschein wird ein Gutschein ausgegeben, mit dem eine ganz bestimmte Leistung bezogen werden kann. Zum Beispiel: Gutschein für den Anfänger-Kajakkurs am 26. Juni 2020. Die Leistung ist also definiert und wird mit Ausgabe des Gutscheins verkauft.
  • Beim Wertgutschein wird ein Zahlungsmittel im Wert von beispielsweise 100 Franken ausgegeben. Damit kann dann später irgendeine Leistung bezogen werden.

Leistungsgutscheine sind mehrwertsteuerpflichtig

Mit der Ausgabe eines Leistungsgutscheins wird eine ganz konkrete Leistung verkauft – ein Mehrwert geschaffen. Solche Gutscheine sind zum Zeitpunkt ihrer Ausgabe mehrwertsteuerpflichtig.

Wertgutschein sind nicht mehrwertsteuerpflichtig

Ein Wertgutschein wird im Mehrwertsteuerrecht als Zahlungsmittel angesehen. Du hast noch keine Gegenleistung – eben keinen Mehrwert – erbracht. Daher fällt mit dem Verkauf des Gutscheins auch noch keine Mehrwertsteuer an.

Mehrwertsteuer auf der erbrachten Leistung

Sobald aber die Person, die den Wertgutschein geschenkt bekommen hat, bei Dir im Laden beispielsweise ein paar Turnschuhe mit eben diesem Wertgutschein bezahlt, wird die Leistung – also das paar Turnschuhe – mehrwertsteuerpflichtig. Auf der Mehrwertsteuerdeklaration wird also der Verkauf der Turnschuhe und nicht der Verkauf des Gutscheins abgerechnet.

Verkaufe nur Wertgutscheine

Ich empfehle Dir, auf den Verkauf von Leistungsgutscheinen zu verzichten und ausschliesslich Wertgutscheine anzubieten. Damit hast Du Sicherheit, dass Du gegenüber der Mehrwertsteuer alles korrekt abwickelst. Möchtest Du trotzdem eine ganz konkrete Leistung im Gutschein definieren, kannst Du ihn mit einem Zusatzvermerk versehen, der den Leistungsgutschein aus Mehrwertsteuersicht zu einem Wertgutschein macht. Ein solcher Vermerk könnte lauten: „Dieser Gutschein kann auch für eine andere Leistung verwendet werden“.

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Kurzarbeit und die Beiträge an die Pensionskasse

Anlässlich eines Beratungsgesprächs wurde ich gefragt, ob die Beiträge an die Pensionskasse während der Kurzarbeit ebenfalls gesenkt werden?

Keine allgemeingültige Antwort möglich

Leider lässt sich diese Frage nicht pauschal beantworten. Sie hängt vielmehr mit dem Verhalten des Arbeitgebers zusammen. Denn grundsätzlich gilt, dass der AHV-Pflichtige Lohn auch bei der Pensionskasse gemeldet werden muss. Von diesem gemeldeten Lohn wird dann der versicherte Lohn berechnet. Und von diesem versicherten Lohn werden dann die Beiträge erhoben.

Es kann also sehr gut sein, dass der Arbeitgeber die gemeldeten Gehälter anpasst, weil ja eben ein tieferer AHV-pflichtiger Lohn gilt (nur noch 80%). Damit würden nicht nur Deine Beiträge sinken, sondern auch jene des Arbeitgebers, denn auch er zahlt mindesten den gleich hohen Beitrag an die Pensionskasse wie Du es tust. Es ist mir wichtig, das ganz nüchtern darzustellen. Ein solches Vorgehen des Arbeitgebers wäre absolut legitim! Natürlich spart der Arbeitgeber damit Geld – aber auch Du. Folgendes Beispiel verdeutlicht Deine Seite:

Vor Kurzarbeit hast Du beispielsweise 5’000 Franken pro Monat verdient. Nehmen wir an Deine Beiträge an die Pensionskasse hätten rund 220 Franken betragen. Dein Nettolohn wäre also bei 4’780 Franken gelegen. Würde der Arbeitgeber den gemeldeten Lohn wegen der Kurzarbeit nicht anpassen, würden Dir also weiterhin 220 Franken abgezogen. Da Du jetzt aber nur 80% von 5’000 Franken, also 4’000 Franken, Bruttolohn erhältst, würde der Nettolohn noch 3’780 Franken betragen. Passt der Arbeitgeber den gemeldeten Lohn aber an, würde Dein Nettolohn rund 3’820 betragen, da die Beiträge an die Pensionskasse – sehr vereinfacht dargestellt – ebenfalls um 80% sinken. Du hättest also monatlich 40 Franken mehr auf dem Konto.

Es gibt aber viele Arbeitgeber, die verändern den gemeldeten Lohn bei der Pensionskasse nicht und lassen ihn während der Kurzarbeit unverändert. Auch das kann gute Gründe haben: der administrative Aufwand kann recht gross sein, um alles zu ändern, der Arbeitgeber möchte ein Zeichen zu Gunsten seiner Mitarbeitenden setzen.

Tipp

Frag Deinen Arbeitgeber wie er mit der Kurzarbeit in Bezug auf den gemeldeten Lohn bei der Pensionskasse umgeht. Er wird Dir sicherlich gerne Auskunft geben. Auch auf Deiner Lohnabrechnung kannst Du eine allfällige Veränderung erkennen.

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Diversifikation ist ein Begriff aus der Betriebswirtschaft und beschreibt den Strategieansatz, dass ein Unternehmen sein Produkt- oder Dienstleistungsangebot so verbreitert – eben diversifiziert – damit das Unternehmensrisiko minimiert beziehungsweise das Gewinnpotential maximiert wird.

Dieser Strategieansatz lässt sich auch auf Ihre persönliche Vermögensanlagen übertragen. Ganz nach dem Motto „lege nicht alle Eier in denselben Korb“, ist auch in der persönlichen Vermögensanlage optimalerweise darauf zu achten, nicht zu viele Vermögensanteile in ein und dieselbe Anlageklasse zu investieren. Die Theorie besagt, dass damit das Verlustrisiko minimiert wird, da mit dem Absturz einer Anlageklasse nicht zwingend auch der Absturz einer anderen Anlageklasse verbunden sein muss. Optimalerweise verhalten sich die Anlageklassen gegenläufig – sinkt die Eine, steigt die andere …

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